Text-Block

Meine ersten Schritte von der Piste ins Gelände.

weiter­lesen
Ein Besuch am Skitou­ren­kurs für Einsteiger in Gargellen im Montafon.

Von Lisa Berg­mann

Schon immer habe ich davon geträumt, einmal abseits der Pisten durch verschneite unbe­rührte Winter­land­schaften zu gleiten. Dass ich das nicht von heute auf morgen umsetzen kann, ist leider ebenso klar. Schließ­lich fehlt es mir sowohl an der nötigen Erfah­rung als auch Ausrüs­tung.

Diesen Winter habe ich mich dazu entschieden, den Skitou­ren­kurs für Einsteiger in Gargellen von Firmalpin zu besu­chen. Der Kurs findet als Wochen­pro­gramm jeden Samstag von Jänner bis April statt. Da ich gerade im Montafon mit Freunden meinen Winter­ur­laub verbrachte, packte ich die Gele­gen­heit am Schopf und meldete mich für den nächsten Kurs an. Alles funk­tio­nierte bei der Online-Anmel­­dung wie am Schnür­chen. Wenig später erhielt ich von der Berg­schule ein E‑Mail mit der Kurs­be­stä­ti­gung und den Namen des Berg­füh­rers, welcher mich an diesem Tag auf meiner ersten Skitour begleiten wird.

Bild & Text-Block
Unkom­pli­zierte Anmel­dung und freund­liche Kommu­ni­ka­tion

Ich habe mich für den Termin am Nach­mittag von 13:00 Uhr – 17:00 Uhr ange­meldet und konnte so am Vormittag noch die bestens präpa­rierten Pisten im Skige­biet Gargellen genießen (für Früh­auf­steher würde es die Möglich­keit geben, bereits um 08:00 Uhr zu starten). Nach einer kurzen Mittags­pause ging es zur Talsta­tion der Schaf­berg­bahn. Dort ange­kommen, nahm mich bereits Berg­führer Alex in Empfang. Schon bei der Begrü­ßung merkte ich, dass bei der Berg­schule Firmalpin viel Wert auf eine persön­liche und ange­nehme Atmo­sphäre gelegt wird. Mit der Zeit trafen die anderen Teil­neh­menden für den Kurs ein. Zusammen waren wir zu sechst. Eine ange­nehme Grup­pen­größe, sodass jeder indi­vi­duell betreut werden konnte.

Bild & Text-Block
Top Skitouren-Ausrüs­­tung

Nach der Begrü­ßung und einer kurzen Vorstel­lungs­runde ging es hinein in den Sport­shop PME direkt an der Talsta­tion. Zuerst mussten wir unsere Daten (Körper­größe, Gewicht usw.) an einem Terminal eingeben und bekamen dann unsere Skitou­ren­aus­rüs­tung über­reicht. Diese ist in den Kurs­kosten übri­gens inklu­diert. Ideal also, wenn man das Skitou­ren­gehen erst einmal auspro­bieren möchte. Man muss sich davor nichts extra kaufen. Alex erklärte uns im Vorfeld noch, welche Ski ideal für uns wären und auf was bei den Skitou­ren­schuhen zu achten ist.

Während wir noch unsere Skitou­ren­schuhe anpro­bierten, wurde zeit­gleich die Bindung der Tourenski entspre­chend einge­stellt. Von der Berg­schule erhielten wir noch einen Skitou­ren­ruck­sack mit der gesamten Notfall­aus­rüs­tung (LVS-Gerät, Schaufel und Sonde). Richtig genial, was man bei diesem Skitou­ren­kurs alles bekommt! Bepackt mit der neuen Ausrüs­tung und gespannt auf den weiteren Kurs­ver­lauf ging es dann wieder hinaus ins Freie.

Bild & Text-Block
Tipps und Tricks vom Profi

Vor dem Geschäft sucht Alex für uns ein ruhiges Plätz­chen abseits des Pisten­rum­mels und erklärt uns ausführ­lich die einzelnen Ausrüs­tungs­ge­gen­stände. Vom Anpassen der Schuhe, dem Anbringen der Steig­felle, dem Einstellen der Bindung, der rich­tigen Stock­länge bis hin zum Beklei­dungs­ma­nage­ment ist alles dabei. Es ist ehrlich gesagt gar nicht so leicht, hier den Über­blick zu bewahren, da es sehr viel zu beachten gibt. Wenn ich auf all das allein hätte drauf­kommen müssen, wären vermut­lich Jahre vergangen. Ausge­stattet mit den rich­tigen Tipps und Tricks vom Profi am Berg geht’s einfach wesent­lich schneller und vor allem richtig.

Schließ­lich sind die Skier samt Steig­fellen ange­schnallt, die Sonnen­brille aufge­setzt und wir machen unsere ersten Schritte auf Skitou­ren­skiern. Alex erklärt uns noch, wie man sich am effi­zi­en­testen mit den Skitou­ren­skiern an den Füßen bewegt und zeigt uns die entspre­chende Technik vor. Mir ist trotz allem bewusst, dass ich trotzdem etwas ins Schnaufen kommen werde. Das Fitness­trai­ning habe ich in letzter Zeit etwas vernach­läs­sigt

Bild & Text-Block
Meine ersten Schritte auf Skitou­ren­skiern

Zuerst geht es entlang der Piste Rich­tung Skige­biet hinauf. Bald schon verlassen wir diese über einen Waldweg und können bereits die Ruhe abseits der Massen sowie die herr­liche Winter­land­schaft in Gargellen genießen. Mit der neuen Ausrüs­tung werde ich immer vertrauter. Ledig­lich die Schnallen am Skitou­ren­schuh muss ich noch etwas lockerer stellen. Während des Aufstiegs zeigt uns Alex dann noch die Verwen­dung der Steig­hilfe in beson­ders steilen Passagen sowie das Kurven­gehen. Beson­ders schön fand ich, dass wir unsere eigenen Aufstiegs­spuren im frischen Pulver­schnee anlegen durften.

Richtig span­nend wurde es dann aber bei der ersten Spitz­kehre. Dank der sehr guten Erklä­rung und des Vorzei­gens von Alex, funk­tio­niert diese Akro­ba­tik­übung nach einigen Versu­chen zumin­dest halb­wegs gut. Manche Sachen, die bei Profis so einfach aussehen, benö­tigen dann doch einiges an Übung. Dies ist ebenso eine Erfah­rung, welche ich von diesem Kurs mitnehmen durfte.

Bild & Text-Block
Risi­ko­be­wusst­sein an erster Stelle

Nachdem wir bereits einige Höhen­meter zurück­ge­legt haben und schon etwas ins Schwitzen gekommen sind, widmen wir uns schließ­lich der Notfall­aus­rüs­tung. Alex erklärt uns die rich­tige Hand­ha­bung von Schaufel und Sonde und erklärt uns ausführ­lich die Verwen­dung des LVS-Geräts. Gemeinsam führen wir eine Suche nach einem Verschüt­teten durch und bespre­chen den Notfall Lawine. Von der Berg­schule Firmalpin bekommen wir dann noch eine eigenen Notfall­karte mit allen rele­vanten Infor­ma­tionen und Notruf­num­mern. Mir ist sofort bewusst, dass ich mit Lawinen besser nichts zu tun haben will und erstmal kleine Bröt­chen backen werde bei meinen ersten Skitouren. Alex bespricht mit uns im Anschluss noch die Basics der Touren­pla­nung, den Lawi­nen­la­ge­be­richt sowie das rich­tige Verhalten im alpinen Gelände.

Bild & Text-Block
Wedeln im Tief­schnee wie eine Wühl­maus

Bereits während des Aufstiegs erfreute ich mich an dem frischen Pulver­schnee der letzten Tage. Die Schnee­kris­talle funkel­enden gerade so in der Sonne. Wir machten uns schließ­lich abfahrts­be­reit, zogen die Steig­felle ab und schnallten unsere Skitou­ren­schuhe fester. Alex versorgte uns noch mit den nötigen Tipps zum rich­tigen Fahr­ver­halten. Unser Berg­führer fuhr vor, wir hinterher. Super moti­viert folgte ich in den Tief­schnee. Was bei Alex so einfach und mühelos aussah, berei­tete mir dann doch einige Schwie­rig­keiten und bereits nach wenigen Metern verschwand ich in einer Staub­wolke aus Schnee. Auf der Piste fühlt sich das Skifahren doch ganz anders an. Ich hatte trotzdem großen Spaß und war stolz auf mich, meine ersten Schwünge abseits der Piste absol­viert zu haben. Bis hin zum rich­tigen Tief­schnee­aben­teurer wird’s vermut­lich noch etwas mehr Fahr­praxis benö­tigen.

Bild & Text-Block
Rundum zufrieden

Kurz vor 17:00 Uhr standen wir wieder bei der Talsta­tion der Schaf­berg­bahn und Alex gratu­lierte uns zur gelun­genen Abfahrt. Wir sind alle stolz auf uns. Im Sport­ge­schäft müssen wir noch etwas warten, da gerade neue Urlauber ange­reist sind und ihre Ski für den nächsten Tag ausleihen möchten. Da die Verkäu­ferin Alex bereits kennt, kommen wir jedoch wenig später gleich dran und können die Leih­aus­rüs­tung retour­nieren. Nach der Verab­schie­dung bietet uns Alex noch an, dass wir uns jeder­zeit bei der Berg­schule melden können, falls wir einmal Fragen zur rich­tigen Ausrüs­tung haben. Wirk­lich ein toller Service. Ich bin rundum zufrieden und kann den Skitou­ren­kurs für Einsteiger in Gargellen nur wärms­tens empfehlen!